Immer wieder muss sich Sony vorwerfen lassen, die Playstation 3 wäre zu teuer. Der Sony-CEO tut die Warnungen von Activision-Chef Kotick auf einer Konferenz aber nur als viel Lärm um nichts ab.
Von unterschwelligen Drohungen hält Sony-CEO Howard Stringer nicht viel. Derzeit bekommt der japanische Elektronikkonzern immer wieder zu hören, dass dessen Konsolen-Flaggschiff, die Playstation 3, zu teuer verkauft würde. Diesen Eindruck gewinnt man durchaus, wenn man die Konsolenpreise vergleicht: Eine PS3 kostet rund 370 Euro, Microsofts Xbox 360 jedoch unter 300 Euro und Nintendos Wii nur 230 Euro.
Ende Juni feuerte Activision-Chef Bob Kotick einen regelrechten Warnschuss auf Sony ab: »Wenn wir realistisch sind, müssten wir den Sony-Support einstellen. 2010 oder 2011 werden wir entscheiden müssen, ob wir die Konsole und auch die PSP weiterhin unterstützen«, so Kotick (siehe »Activision droht Sony«). Sein Wort hat durchaus Gewicht: Activision ist der derzeit weltgrößte Spieleproduzent. Kotick sorgt sich natürlich um schrumpfende Einnahmen wenn sich die Sony-Konsole im Vergleich zur Wii und zur Xbox mehr schlecht als recht verkauft. Auch japanische Spieleproduzenten haben bereits Sonys Preisstruktur bemängelt.
Doch den Sony-Chef ficht das nicht an. Laut Reuters soll er direkt auf Koticks Vorwürfe reagiert haben: »Er macht gerne Krach«, so Stringer über Kotick auf der Konferenz Allen & Co. in Idaho. »Er übt Druck auf mich aus und ich übe Druck auf ihn aus. Das ist die Natur des Geschäfts«, erklärt Stringer. Freilich musste sich Stringer auch die Frage gefallen lassen, wieso sich Sony eigentlich so beharrlich weigert, an der PS3-Preisschraube zu drehen – wenigstens nur ein bisschen. Seine Antwort: »Ich [würde] mit jeder PlayStation, die ich baue, Geld verlieren ‑ wie logisch klingt das?« Vielleicht können der Sony- und der Activision-Chef ja die Logik-Frage noch unter vier Auge erörtern – Kotick soll ebenfalls an der Konferenz teilnehmen.